Vortrag in der VHS: "Keinen Grund für Verhüllung" Kölner Autorin fordert Kopftuch-Verbot für Kinder

Vortrag in der VHS: "Keinen Grund für Verhüllung" Kölner Autorin fordert Kopftuch-Verbot für Kinder 08.11.2018

Herford (HK). "Wenn Gott gewollt hätte, dass die Frauen ihr Haupthaar nicht zeigen, hätte er sie ohne Haar geschaffen!" Mit diesem Zitat ihres Großvaters hat Dr. Lale Akgün am Dienstagabend in der Aula der VHS Herford ihr Plädoyer für einen liberalen Islam ohne Verschleierungszwang eröffnet. Auf Einladung der Volkshochschule und der Gleichstellungsstellen im Kreis Herford diskutierte die Kölner Psychologin und Buchautorin, die von 2002 bis 2009 für die SPD dem Bundestag saß, mit etwa 70 überwiegend weiblichen Teilnehmern, ob es für die Verhüllung der Frau im Islam religiöse Gründe gäbe.

Das verneinte die Referentin mit eindeutigen Worten. "Das Kopftuch ist ein Symbol für die Stellung der Frau im Islam", so Dr. Akgün. Es solle die Frau davor bewahren, zum Objekt sexueller Begierde zu werden. Dabei degradiere gerade der Schleier sie zu einem Objekt. "Wenn der Islam aber die Gleichberechtigung nicht akzeptiert, wird er den Anschluss an das freiheitliche demokratische System nicht finden." Jetzt aber legitimierte das Patriarchat seine frauenfeindliche Vorstellung mit Hinweisen auf den orthodoxen Islam.

Dabei gebe es keine religiöse Begründung für die Verschleierung. Denn laut Sure 33 solle eine Kopfbedeckung die freie Frau von rechtlosen Sklavinnen unterscheiden. "Im Islam aber gibt es keine Sklavinnen mehr. Daher gibt es auch keinen Grund mehr für eine Verhüllung der Frau", schlussfolgerte Dr. Akgün. Auch trete sie dafür ein, Schülerinnen unter 14 Jahren das Tragen des Kopftuches zu verbieten. "Das ist eine Sexualisierung des Kindes." So unterstütze sie die Bemühung der CDU in Nordrhein-Westfalen, das Kopftuch zu verbieten, obwohl sie selber Sozialdemokratin sei.

Mit Blick auf die Kölner Silvesternacht 2015/16, wo es zu sexuellen Übergriffen auf Frauen durch überwiegend nordafrikanische Männer kam, ging Lale Akgün auch auf die Moralvorstellungen im Islam ein. "Zwischen Mann und Frau gibt es keinen normalen Umgang. Nur ein sexueller Umgang ist möglich." Es gäbe nur ehrbare Frauen und Huren. Ehrbare Frauen unterwürfen sich den Regeln des Islam, alle anderen aber würden zu einem Objekt der Begierde und des Hasses, so wie es am Kölner Hauptbahnhof eingetreten sei.

In der Diskussion lobte Dr. Akgün die Entscheidung des Berliner Senats, allen Beamten und Mitarbeitern der Stadt das Tragen religiöser Symbole zu verbieten. "Lehrerinnen und Erzieherinnen haben Vorbildfunktion. Richterinnen und Beamtinnen aber repräsentieren den Staat." Auch sprach sie sich gegen das Tragen von Kopftücher, Kreuzen oder Kippas in der Schule aus. "Schulpflicht bedeutet auch, dass sich der Staat nicht in die religiöse Erziehung des Kindes einmischt."

Bildunterschrift:                                                                                                                                   Diskutierten mit etwa 70 Interessierten über den Islam: Dr. LaleAkgün (Mitte), VHS-Leiterin Monika Schwidde und Fachbereichsleiter Frank Schragner.

Foto: © Stefan Wolff

 

Herforder Kreisblatt, 08.11.2018, von Stefan Wolff

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