Anastasia Zampounidis zu Gast in der VHS - „Zuckerfrei ist wie ein neues Leben“

Anastasia Zampounidis zu Gast in der VHS - „Zuckerfrei ist wie ein neues Leben“ 06.03.2020

Herford (HK). Mit ihrer kessen Berliner „Schnauze“ begrüßt Anastasia Zampounidis ihr Publikum in der Aula der VHS in Herford. Viele kennen die Bestseller- Autorin des Buches „Für immer zuckerfrei“ noch aus Zeiten von MTV – sie ist kaum gealtert, obwohl der Moderationsjob schon fast 15 Jahre her ist. Das läge an ihrer Ernährung, sagt Anastasia Zampounidis. Wie sie es geschafft hat, völlig auf Zucker zu verzichten und wie ihr Speiseplan heute aussieht, das referiert sie den Zuhörern im ausverkauften Saal. Zuvor sprach HK-Mitarbeiterin Fabiola Bleckmann mit der bekannten Autorin.

Was war der Auslöser, der Sie dazu gebracht hat, auf Zucker zu verzichten?

Vor 2006 habe ich schon gemerkt, dass ich ein großes Problem mit Zucker habe, dass ich zuckersüchtig bin. Ich war schlapp, schlecht gelaunt und fühlte immer diesen Heißhunger. Es war immer ein treibender Heißhunger, vor allem auf Süßes. Und nach einer ganzen Tafel Schokolade fühlt man sich nur noch mieser, macht sich Vorwürfe wie ‚Du bist undiszipliniert, hast es nicht drauf, du wolltest das doch gar nicht, du wirst dick, du kriegst Pickel‘. Kennen wir ja alle.

Haben Sie bei jemandem Hilfe gesucht?

Ich war bei einer Ärztin, die Traditionelle Chinesische Medizin praktiziert. Sie sollte mich eigentlich nur wegen meines verspannten Nackens behandeln. Sie hat zwei Empfehlungen ausgesprochen: ‚Verzichten Sie auf Zucker!‘ Sie hat natürlich erkannt, dass ich total zuckersüchtig und meine Leber sehr geschwächt war. Die zweite Empfehlung war: ‚Hungern Sie bitte nicht mehr!‘ Ich dachte: Das eine ist verrückt, mit dem anderen kann ich leben.

Ab da habe ich auf die Zutatenlisten beim Einkaufen geschaut. Dort habe ich viele Begriffe gelesen, die ich gar nicht kannte und habe angefangen, zu recherchieren. Was gar nicht so einfach war, ich bin ja keine Bio-Chemikerin. Aber das Ergebnis sieht man in meinen Büchern.

Wie können Nackenverspannungen im Zusammenhang mit Zuckerkonsum stehen?

Die TCM ist ein umfangreiches Feld. Ich würde nicht behaupten, dass ich ansatzweise alles weiß. Aber es ist so, dass es Nahrungsmittel gibt, die das so genannte Qi stagnieren lassen. Das Qi ist die Lebensenergie, die durch den Körper fließt: Blut, Wasser, Nahrung, Säfte. Optimal ist, wenn es so schnell wie möglich durch den Körper fließt. Wenn es immer wieder gebremst wird, zum Beispiel durch Zucker, dann entsteht ein Qi-Stau und das ist dann der Schmerz. Qi-Stagnation führt auch irgendwann zu einer Krankheit. Das ist bei jedem woanders, je nachdem, wo der Schwachpunkt sitzt. Bei mir führte die Stagnation dazu, dass das Qi auf Schulter und Nacken festsaß. Nackenschmerzen sind ja heute eine Zivilisationskrankheit. Meine TCM-Ärztin hat gesehen, dass meine Leber kurz vor dem Exodus stand, weil ich so viel Zucker konsumiert hatte. Zucker ist die Qi-Bremse schlechthin, vor allem, weil er überall drin ist.

Wie hat Ihr Umfeld darauf reagiert als sie begonnen haben, Zucker zu verbannen?

Zu Beginn habe ich es tatsächlich niemandem gesagt und einfach angefangen. Irgendwann fiel es natürlich auf. Als ich gefragt wurde, habe ich Auskunft gegeben. Aber die meisten haben zehn Jahre lang gedacht: ‚Die Fernseh- Tante möchte abnehmen, hat irgendein Spleen‘. Meine Mama hatte tatsächlich Tränen in den Augen, dachte, dass Kind wird essgestört oder magersüchtig. Aber dann hat sie gesehen, dass ich nach wie vor wie ein Mähdrescher esse – da war sie beruhigt.

Was sind die Resultate eines zuckerfreien Lebens?

Wenn man zuckerfrei isst, hat man keinen Heißhunger mehr. Man hört auf, wenn der Körper sagt: Stop! Und er sagt stop, das konnte man früher aber nicht mehr hören. Die Verbindung war nicht da. Und jetzt kann ich mich komplett auf meinen Körper verlassen. Was er sagt, stimmt, es ist nicht verfälscht. Am Anfang wird man mit Sicherheit mehr essen, weil man ausrastet, aber das pendelt sich mit der Zeit ein. Deswegen nimmt auch jeder ab. Der eine mehr, der andere weniger. Der eine schneller, der andere langsamer. Die Haut wird besser und strahlender, wird besser durchblutet. Zucker fördert Entzündungen im Körper, jeder Pickel, jede Falte ist eine Entzündung.

Wie gelingt der Einstieg in ein zuckerfreies Leben?

Ich brauche als erstes einen Grund, eine Motivation. Wenn man vorher keinen Leidensdruck hat, dann wird es schwierig, dann ist es vielleicht auch nur ein Trend, den man verfolgen möchte. Und dann hat dein Körper nichts davon. Da quälst du dich vielleicht nur vier Wochen und wartest auf den Tag, an dem du endlich Schokolade essen darfst. Ich esse übrigens Schokolade, aber 100 Prozentige, und mit einer Dattel zusammen. Beim Einkaufen sollte man die Zutatenliste studieren und alles, was Zucker enthält, nicht konsumieren. Dazu gehören auch Senf, Ketchup oder Wurst.

Könnte man sagen, dass ein Leben ohne Zucker auch ein achtsames Leben bedeutet? Oder wird man achtsamer, wenn man Zucker weglässt?

Die Wertschätzung für Nahrung steigt. Früher dachte ich, dass Zucchini und Brokkoli nach Wasser schmecken, nach nichts, aber das stimmt nicht. Mir ging es ähnlich wie einem Raucher, der aufhört und dann die Geschmacksrezeptoren wieder neu entdeckt. Bei zuckerfreier Ernährung merkt man schnell, welchen wahnsinnigen Einfluss Nahrung auf unser Wohlbefinden hat. Das wusste ich vorher auch nicht.

Wie lange müsste man auf Zucker verzichten, um die ersten Erfolge zu sehen?

Einige erzählen mir drei Tage, andere wiederum eine Woche. Dann ist der Heißhunger weg und das ist schon mal die halbe Miete. Wenn es länger als zwei Wochen dauert, dann hat man etwas übersehen, dann nimmt man doch irgendwo versteckten Zucker auf. Das kann nämlich nicht sein. Die typischen Entzugserscheinungen wie schlechte Laune oder Kopfschmerzen sind spätestens nach einer Woche weg, dann fühlt man sich gut. Man schläft besser, die Haut wird rosiger, man nimmt ab. Man muss dem Körper aber auch Zeit geben, denn es ist ja wie ein neues Leben.

 

Westfalen-Blatt/Herforder Kreisblatt, 06.03.2020, von Fabiola Bleckmann

 

Bildunterschrift

Ihre erste Karriere machte Anastasia Zampounidis als Moderatorin beim Musiksender MTV. Heute ist sie Bestseller-Autorin des Buches „Für immer zuckerfrei“ und eine gefragte Referentin.

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