Fünf Fragen an …. die Koreanisch-Dozentin Eunsook Jeon

Fünf Fragen an …. die Koreanisch-Dozentin Eunsook Jeon 14.07.2020

Warum möchten die Menschen, die Ihren Unterricht besuchen, Ihrer Erfahrung nach Koreanisch lernen? Was sind ihre Motivationen?

Die Gründe, Koreanisch zu lernen, sind ganz unterschiedlich - eine Urlaubsreise, ein Studium, Working Holidays. Eine eher ungewöhnliche Sprache zu lernen, macht sich natürlich auch sehr gut im Lebenslauf. Es sind vor allem Mädchen beziehungsweise junge Frauen, die Koreanisch lernen möchten. Sie interessieren sich für koreanische Serien und für K-Pop, die koreanische Musik. Sie möchten gern die Inhalte verstehen.

Bitte beschreiben Sie einmal Ihre Muttersprache. Ist Koreanisch für Deutschsprechende schwer zu erlernen?

Koreanisch ist deutlich einfacher zu lernen als Japanisch und Chinesisch. Und das sage nicht nur ich als Muttersprachlerin! (Eunsook Jeon lacht.) Wir haben 40 Zeichen, davon 19 Konsonanten und 21 Vokale. Das klingt nach sehr viel. Ist es aber nicht. Die Basis besteht aus nur 24 Zeichen. Das kann man mit etwas Konzentration schon an einem Tag lernen! An den Satzbau muss man sich allerdings ein bisschen gewöhnen. Aber auch das ist zu schaffen.

Was macht Ihren Unterricht aus? Was ist das Besondere an Ihrem Unterricht?

Ich freue mich immer so, wenn Menschen meine Muttersprache lernen möchten. Und ich glaube, dass meine Teilnehmer*innen das merken. Ich versuche, meinen Unterricht ganz abwechslungsreich zu gestalten. Wir spielen zum Beispiel koreanische Spiele. Es gibt ein Spiel, das so ähnlich ist wie „Mensch ärgere dich nicht“ - „Yutnoli“. Das lieben sie. Auch weil es im Team gespielt wird. Im Frühling wollten wir auch mal gemeinsam kochen. Das war wegen Corona dann aber leider nicht mehr möglich. Macht nichts, das holen wir nach. Anfang des Jahres haben wir „Parasite“ geguckt. Das ist der erste Film, für den Südkorea Oskars bekommen hat. Damals gab es ihn nur mit englischen Untertiteln. Aber wir mussten ihn natürlich sofort sehen und konnten nicht abwarten, bis man ihn auch auf Deutsch streamen konnte.

Wie würden Sie Ihr Heimatland und die Mentalität der Koreaner*innen beschreiben? Was sollten Reisende beispielsweise beim Kontakt mit dieser Kultur beachten?

(Eunsook Jeon überlegt) Respekt gegenüber den Älteren zu haben. Also in jeder Situation zu wissen, wer der Älteste im Raum ist. So bekommt zum Beispiel die älteste Person im Raum oder auch im Restaurant zuerst ein Getränk. Im Zweifel nach dem Alter zu fragen, ist anders als zum Beispiel in europäischen Kulturen auch nicht unhöflich oder befremdlich.

Erlauben Sie uns zum Schluss eine persönliche Frage. Warum sind Sie nach Deutschland gekommen und geblieben?

Ich bin vor fast 20 Jahre wegen des Studiums nach Deutschland gekommen und …  aus Liebe geblieben.

Fotos: © VHS im Kreis Herford, (oben) Eunsog Jeon (unten) Mensch ärgere dich nicht auf Koreanisch

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