Gesundheit
Gesundheit Kursdetails

Zukunft der Antidepressiva in der Behandlung

Primum nihil nocere - Vor allem nicht schaden


Kursnummer 17-71000
Kursbeginn Do., 21.09.2017 (Termindetails siehe unten)
Kursende Do., 21.09.2017
Kursgebühr 40,00 €
Dauer 1 Termin
Kursleitung Dozent*in siehe Info-Text
Kursort
Status Anmeldung möglich
Vor dem Aufkommen der Antidepressiva wurden Depressionen nicht als chronische Krankheit betrachtet, sondern als vorübergehendes Leiden. Depressionen können langwierig sein, über viele Monate. Sie hören aber immer auf. Sogenannte chronische Depressionen gibt es, wenn überhaupt, äußerst selten. Zu Beginn der Ära der medikamentösen Behandlung war es üblich, nach Besserung der Beschwerden, die Präparate wieder abzusetzen. Dieses Wissen ist verloren gegangen.

Aktuell werden siebenmal so viele Antidepressiva verschrieben, wie noch vor 25 Jahren. Viele Patienten berichten, ihnen werden die Medikamente regelrecht aufgedrängt und bei Nichteinnahme die Therapie verweigert. Vielen Patienten wird zudem erklärt, nur eine Dauermedikamentation biete Schutz vor einer dauerhaften Depression. Auf dieser Tagung möchten wir die fehlende wissenschaftliche Basis dieser Aussagen aufzeigen.

Heute gelten Depressionen als "Volkskrankheit" und antidepressive Medikamente als Mittel der Wahl. Diese Entwicklung konnte nur gelingen, weil Ergebnisse über die bescheidene Effizienz der Medikamente und ihre erheblichen Nebenwirkungen, zu denen eine Suchtentwicklung und Herzschädigungen gehören, verschwiegen wurden.

Zu den wichtigsten ärztlichen Grundsätzen gehört der Anspruch Leiden zu lindern, ohne zu schaden. Deshalb müssen wir uns der Frage stellen: Sind Antidepressiva überhaupt wirksam und warum nehmen trotz medikamentöser Behandlung Krankschreibungen und Frühberentungen zu. Wir wollen über den Sinn einer Dauermedikation, die schweren Nebenwirkungen und Patientenschicksale diskutieren. Des weiteren werden Forschungsmanipulation sowie Korruption durch die Pharmaindustrie angesprochen und schließlich alternative und gut erprobte Heilmethoden vorgestellt.

Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, ob ein*e Gebärdendolmetscher*in gewünscht wird.

Die Ärztekammer Westfalen-Lippe hat diese Tagung im Rahmen der Zertifizierung der ärztlichen Fortbildung der ÄKWL mit acht Fortbildungspunkten bewertet (Kategorie A).

Geplanter Tagungsverlauf:
10:15 Uhr Begrüßung: Dr. Wolf Müller.
10:30 Uhr 1. Vortrag: Prof. Gertraud Teuchert-Noodt:
Neuroplastizität und Hirnrhythmen - weshalb psychische Erkrankungen im Gehirn nicht lokalisiert werden können
11:15 Uhr 2. Vortrag: Prof. Bruno Müller-Oerlinghausen:
Geschichte und Herleitung der Antidepressiva - pharmakologisches Wissen im Spannungsfeld zu behaupteten Wirkprinzipien - die Rolle des Serotonins
12:00 Uhr Mittagspause (Möglichkeit des Mittagessens)
13:00 Uhr Einleitung zweiter Teil: Dr. Wolf Müller
13:15 Uhr 3. Vortrag: Prof. David Healy
Suizidalität durch SSRIs - geheime Akten der Pharmaindustrie
Fälschungen bei Antidepressiva-Studien: the Study 329
14:45 Uhr 4 Vortrag: Dr. Peter Ansari & Sabine Ansari
Wie gut wirken Antidepressiva? Studien und Erfahrungsberichte
15:15 Uhr Kurze Pause
16:00 Uhr 5. Vortrag: Prof. Henrik Walter:
Absetzen von Antidepressiva - wann, wie, und warum?
Grundlagen und erste Erkenntnisse aus der AIDA - Absetzstudie (Berlin/Zürich)
16:45 Uhr kurze Pause
17:00 Uhr Abschlussdiskussion: Stellenwert von Antidepressiva in der Therapie der Depression unter besonderer Berücksichtigung der SSRIs
Moderation: Hildegard Weigand
18:00 Uhr Ende der Veranstaltung

Referent*innen / Moderator*innen

Ansari, Sabine
Sprecherzieherin, ehemalige Fernsehmoderatorin SWR, Heilpraktikerin, betreut gemeinsam mit ihrem Mann psychisch kranke Menschen in einer Praxis südlich von Hannover

Ansari, Peter
Dr. rer. biol. hum., Depressionsforscher, Tätigkeit in der Gehirnforschung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), der Berliner Charite und der Medizinischen Hochschule Hannover,
seit 10 Jahren Beschäftigung mit Depressionen, Doktorarbeit über die Einführung der Antidepressiva in der BRD, Mitglied im Fachausschuss Psychopharmaka der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie

Healy, David
Professor of Psychiatry, zahlreiche Veröffentlichungen zu Depressionen, Antidepressiva und Gefahren durch Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI),
Hergest Unit, Bangor Wales LL57 2PW
United Kingdom

Müller, Wolf
Dr. med., Arzt für Neurologie und Psychiatrie, Vorstand "Die Klinke" Verein für psychosoziale Arbeit im Kreis Herford e.V., ehemaliger Chefarzt am Klinikum Herford, Mitglied im Fachausschuss Psychopharmaka der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie, Mitglied in der Westfälischen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie

Müller-Oerlinghausen, Bruno
Univ. Professor em. Dr. med., Arzt für Klinische Pharmakologie, ehemaliger Leiter der Forschungsgruppe Klinische Psychopharmakologie und einer Forschungsambulanz für die Langzeitbehandlung depressiver Patienten an der Psychiatrischen Klinik der Freien Universität Berlin; ehemaliger Vorsitzender und o.M. der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft.

Teuchert-Noodt, Gertraud
Profin. Dr. i.R., ehemalige Leiterin der Human- und Neurobiologie an der Universität Bielefeld, Fakultät Biologie, Schwerpunkte in Lehre und Forschung waren experimentelle Erforschung von Lernprozessen, Drogenwirkung auf psycho-kognitive Funktionen und frühkindlicher Entstehung von Psychosen, mit den Mitteln der quantitativen Plastizitäts- und Transmitterforschung ,vor dem methodischen Hintergrund einer systemischen und nicht-invasiven Betrachtungsanalyse

Walter, Henrik
Univ.-Prof. Dr. med. Dr. phil., Professor für Psychiatrie mit dem Schwerpunkt psychiatrische Neurowissenschaft und Neurophilosophie, Direktor des Forschungsbereiches Mind and Brain, Stellvertr. ärztlicher Klinikdirektor (Forschung) Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charite Universitätsmedizin Berlin

Weigand, Hildegard
Diplom- Pädagogin, Fortbildnerin, Organisationsentwicklerin, Supervisorin ( DGSv) mit langjähriger Berufserfahrung in verschiedenen psychiatrischen Institutionen

Eine Tagung der Klinke e. V. Herford in Kooperation mit der
VHS im Kreis Herford, dem Fachausschuss Psychopharmaka der Deutschen Gesellschaft für soziale Psychiatrie e.V.(DGSP) und dem Landesverband Westfälische Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (WGSP)





© Die Klinke e. V.

Datum
21.09.2017
Uhrzeit
10:15 - 18:00 Uhr
Ort
Münsterkirchplatz 1, Herford, VHS, Raum 306, Aula



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Volkshochschule im Kreis Herford
Das kommunale Weiterbildungszentrum
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Di8:30 – 12:30 Uhr und 13:45 – 16:00 Uhr
Mi8:30 – 12:30 Uhr und 13:45 – 16:00 Uhr
Do8:30 – 12:30 Uhr und 13:45 – 18:00 Uhr
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